Projekt: Marketingguide für Tierfotografen – Marketing verstehen statt nur mitreden
In den letzten Wochen und Monaten hat sich bei mir einiges verändert. Beruflich, aber auch persönlich. Und irgendwann stand ich da und dachte mir: Ich weiß eigentlich schon ziemlich viel. Nicht im Sinne von „Ich kann alles“, sondern eher als ehrliche Erkenntnis nach über zehn Jahren im Marketing.
Und ja – vielleicht gehört dazu auch die Einsicht, dass man einfach älter wird. Und mit jedem Jahr sammelt sich eben doch eine ganze Menge Erfahrung an.
Genau aus diesem Gedanken heraus ist mein neues Projekt entstanden: ein Marketing-Guide für Tierfotografen – und für alle, die Marketing wirklich verstehen wollen.
Mein Weg ins Marketing – mehr als nur hübsche Designs
Ursprünglich bin ich gelernte Mediengestalterin für Digitalmedien. Meine Ausbildung begann vor über zehn Jahren in einer Druckerei. Dort habe ich Websites gebaut, Layouts gestaltet und ein Gespür für Design entwickelt. Doch irgendwann wollte ich wissen, was hinter der Gestaltung eigentlich passiert.
Wie reagieren Nutzer wirklich auf meine Designs? Warum klicken sie – oder eben nicht? Was bringt eine schöne Website, wenn sie niemand findet?
Also habe ich mich tiefer eingearbeitet. Erst in Newsletter-Marketing, dann in Themen wie SEO, SEA und Website-Tracking. Ich wollte verstehen, wie Marketing ganzheitlich funktioniert – nicht nur visuell, sondern strategisch. Weil ich schneller und strukturierter lernen wollte, habe ich zusätzlich ein duales Studium im Bereich Marketing absolviert. Meine Bachelorarbeit beschäftigte sich sogar mit Datenschutzaspekten im Marketing – ein Thema, das gerade im digitalen Umfeld nicht zu unterschätzen ist.
Im Laufe der Jahre kamen viele weitere Bereiche dazu: Social Media Planung, Werbeanzeigen auf Meta, Videoproduktion, Kampagnenkonzeption, Performance-Analyse. Heute lautet meine offizielle Berufsbezeichnung Brand Managerin. Und ich finde, das beschreibt ziemlich gut, was ich tue: Ich habe die Marke als Ganzes im Blick – strategisch, visuell und wirtschaftlich.
Und natürlich gilt das auch für meine eigene kleine Firma: Slothygrafie.
Der Moment der Erkenntnis
Lange Zeit war mir gar nicht bewusst, wie breit mein Wissen inzwischen ist. Ich war immer von Menschen umgeben, die ebenfalls viel konnten. Jeder hatte seine Stärken, man ergänzte sich. Ich war vielleicht stärker im Design, andere tiefer in IT oder Webentwicklung. Das fühlte sich normal an.
Erst als ich eine Nachfolge gesucht habe und gemerkt habe, dass viele kaum noch mit professionellen Designprogrammen arbeiten, sondern ausschließlich mit Tools wie Canva, wurde mir bewusst, wie viel sich verändert hat. Nichts gegen Canva – ich nutze es selbst für bestimmte Zwecke. Aber es hat mir gezeigt, wie unterschiedlich Wissensstände inzwischen sind.
Auch Gespräche mit Azubis und Kollegen haben mir die Augen geöffnet. Wenn mir jemand sagt, wie viel er bei mir gelernt hat, oder fragt, woher ich all diese Dinge weiß, dann wird einem irgendwann klar: Das ist nicht selbstverständlich. Als ich begann, meine Tätigkeiten detailliert zu dokumentieren, fiel mir auf, wie viele Fachbegriffe aus ganz unterschiedlichen Marketingdisziplinen für mich völlig normal sind – und dass ich sie nicht nur benutze, sondern auch erklären kann.
Manchmal führt das sogar dazu, dass Freunde mich bremsen müssen, wenn ich mich in Rage rede und plötzlich in Marketing-Sprache denke, die außerhalb meiner Bubble niemand versteht.
Warum ein Marketingguide für Tierfotografen?
Ich bekomme immer wieder Fragen zu Websites, Positionierung, SEO oder Social Media. Oft merke ich dabei, dass viele zwar ein gutes Bauchgefühl haben, aber kein klares System dahinter. Und das ist auch verständlich – Tierfotografen wollen fotografieren. Sie wollen Emotionen einfangen, besondere Momente schaffen, mit Tieren arbeiten. Marketing wirkt daneben schnell technisch, kompliziert oder sogar abschreckend.
Dabei ist es nichts anderes als strukturierte Kommunikation.
Viele reduzieren Marketing auf Social Media. Doch es beginnt viel früher – bei der Positionierung, beim Markenauftritt, beim Verständnis der eigenen Zielgruppe. Es geht darum zu wissen, warum man etwas tut, nicht nur was man tut. Eine Website, SEO, Anzeigen oder Newsletter sind keine isolierten Maßnahmen, sondern Zahnräder in einem größeren System.
Und leider habe ich es auch schon zu oft erlebt, dass die Disziplinen nicht gemeinsam angegangen und betrachtet wurden. So wurden Ads geschalten, aber die Website nicht getrackt. Newsletter getrackt, aber ob dann im Shop gekauft wird? Keine Ahnung. Das sind für mich Dinge, die ich einfach nicht verstehen kann.
Ich habe selbst einen Marketingguide gekauft, der mich enttäuscht hat. Vielleicht war ich fachlich einfach schon zu tief im Thema. Vielleicht war der Inhalt wirklich oberflächlich. Aber in mir entstand der Gedanke: Wenn ich so viel Wissen über die Jahre gesammelt habe, warum teile ich es nicht strukturiert?
Nicht als erhobener Zeigefinger. Sondern als verständliche, ehrliche Begleitung.
Ganzheitliches Denken als Stärke
Es gibt Menschen, die in einzelnen Disziplinen deutlich tiefer sind als ich. Designer, denen ich gestalterisch nicht das Wasser reichen kann. IT-Profis, die technisch komplexere Dinge lösen. Und das ist gut so. Wir sind keine Einzelkämpfer, sondern ergänzen uns.
Meine Stärke liegt im Zusammendenken. Ich sehe Zusammenhänge zwischen Branding, Website, Content, Anzeigen und rechtlichen Rahmenbedingungen. Ich weiß, wo typische Fehler entstehen und welche Fragen man sich stellen sollte. Und wenn ich etwas nicht weiß, weiß ich zumindest, wonach ich suchen oder wen ich fragen muss.
Gleichzeitig ist es mir extrem wichtig, besser zu werden. Ich bin dankbar für konstruktive Kritik und neue Perspektiven. Denn Lernen hört nie auf.
Wie es mit dem Marketingguide weitergeht
Zunächst wird es hier im Blog regelmäßig Inhalte rund um Marketing für Tierfotografen geben. Von grundlegenden Erklärungen bis hin zu tiefergehenden strategischen Themen. Ich möchte Begriffe entwirren, Zusammenhänge sichtbar machen und konkrete Anregungen geben, was sinnvoll sein kann – und was vielleicht nicht.
Vielleicht entsteht daraus irgendwann ein E-Book. Vielleicht zu einem fairen Starterpreis. Aber bis dahin soll dieser Blog ein Ort sein, an dem Marketing verständlich wird und nicht wie ein undurchdringlicher Dschungel aus Buzzwords wirkt.
Wenn euch bestimmte Themen interessieren, ihr Fragen habt oder euch etwas im Marketing-Bereich besonders beschäftigt, dann schreibt mir gerne. Und wenn euch Fehler auffallen oder ihr Ergänzungen habt, freue ich mich genauso.
Denn eines ist sicher:
Im Leben lernt man nie aus.
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