SEO-Berater aus der Hölle – Meine negativen Erfahrungen mit „SEO-Profis“

SEO-Beratung kann Gold wert sein – oder richtig teuer werden.
Leider nicht nur finanziell.

Im letzten Blogbeitrag habe ich es schon angeteasert: Ich habe in den letzten Jahren so einige Erfahrungen mit vermeintlichen SEO-Profis gesammelt. Und sagen wir mal so… manche davon waren eher Stoff für ein Marketing-Horror-Kabinett.

Mit diesem Beitrag möchte ich dir zeigen:

  • woran du schlechte SEO-Berater erkennst
  • welche Red Flags du ernst nehmen solltest
  • warum gute Recherche das Fundament jeder SEO-Strategie ist
  • und warum du bei „Seite 1 Garantie“ besser die Laufschuhe schnürst

Ich möchte übrigens nicht alle SEO-Berater über einen Kamm scheren. Es gibt großartige, strategisch denkende Menschen in dieser Branche. Aber leider eben auch viele, die auf Unwissenheit setzen.

1. SEO-Optimierungen für nicht mehr vorhandene Inhalte

Cold Calls von SEO-Agenturen gehören im Marketing leider zum Alltag.

Was mich allerdings wirklich sprachlos gemacht hat:
Ich bekam Anrufe von Agenturen, die mir ihre Dienstleistungen für eine Website und einen Google My Business Eintrag verkaufen wollten…

👉 … die es seit Monaten nicht mehr gab.

Ein einziger Blick auf die Website hätte gereicht. Dort stand deutlich, dass das Unternehmen umfirmiert wurde und eine Weiterleitung zur neuen Domain besteht.

Was ist hier schiefgelaufen?

Viele Agenturen arbeiten mit veralteten Datenbanken. Das Problem:
Wenn die Recherche schon vor dem Erstkontakt nicht stattfindet – wie sorgfältig wird dann wohl die SEO-Analyse sein?

Red Flag #1:
Wer deine Website nicht einmal besucht hat, bevor er dir Optimierungen verkaufen will, verschwendet deine Zeit.

2. Branchenbucheinträge aus der Hölle

Ah, die lieben Branchenbuch-Anbieter. Ein ganz eigenes Kapitel in der Welt der „SEO-Beratung“.

Das Spiel läuft oft so:

  • Deine Firma wird automatisch eingetragen.
  • Später kommt der Anruf: „Für nur X Euro monatlich verbessern wir Ihre Sichtbarkeit.“
  • Und natürlich sei das alles auch ganz wichtig für Google.

Spoiler: Branchenbuch-Backlinks sind in den meisten Fällen nicht der heilige Gral.

Google bewertet Backlinks unterschiedlich.
Ein thematisch passender, redaktioneller Link von einer relevanten Website ist in der Regel deutlich wertvoller als ein Standard-Branchenbucheintrag.

Ein besonders kreativer Anruf blieb mir im Kopf:

Mir wurde erklärt, Google prüfe Branchenbucheinträge „viermal im Jahr“ – und unterschiedliche Telefonnummern würden das Ranking massiv verschlechtern.

Viermal. Im Jahr.

Google crawlt Seiten deutlich häufiger als das. Und in meinem Fall handelte es sich um verschiedene Marken mit unterschiedlichen Ansprechpartnern – also völlig legitime Einträge.

Hier wurde versucht, mit Halbwissen und Angst zu verkaufen.

Red Flag #2:
Angstmacherei ohne fundierte Analyse deiner individuellen Situation.

Enttäuschung im Marketing gelandet zu sein und nicht beim Geschäftsführer.

3. Die Excel-Tabellen-Reiter

SEO-Dienstleistungen kosten oft mehrere hundert oder sogar tausend Euro im Monat.

Umso ernüchternder ist es, wenn man als „Optimierung“ lediglich eine aus einem Tool exportierte Excel-Tabelle erhält – ohne konkrete Handlungsempfehlungen.

Ja, Tools wie Sistrix oder XOVI sind großartig.
Aber der eigentliche Mehrwert entsteht durch:

  • Interpretation der Daten
  • Priorisierung der Maßnahmen
  • individuelle Strategie
  • technische Lösungsansätze

Gerade bei komplexeren Systemen zeigt sich, wer wirklich Ahnung von technischer SEO hat.

Fragen wie:

  • Macht hier ein NoIndex Sinn?
  • Sollte man diese Seiten per robots.txt ausschließen?
  • Sind fehlende Meta Descriptions wirklich problematisch oder irrelevant?

… blieben oft unbeantwortet.

Statt Strategie gab es Tabellen.

Red Flag #3:
Tool-Exports ohne Kontext, Priorisierung oder konkrete Umsetzungsempfehlung.

4. Der „Backlink-Hero“

Ein Klassiker:
„Mit so wenigen Backlinks kannst du die Seite direkt in die Tonne kippen.“

Backlinks sind wichtig. Keine Frage.
Aber sie sind nicht die einzige SEO-Strategie.

Google bewertet:

  • Relevanz
  • Qualität
  • Kontext
  • Link-Attribute (nofollow, sponsored etc.)
  • Seitenstruktur
  • Content-Qualität
  • technische Performance

Früher funktionierten manipulative Backlink-Systeme hervorragend. Heute erkennt Google solche Muster deutlich besser.

Quantität allein bringt nichts. Qualität entscheidet.

Und ganz ehrlich:
Zu dem Zeitpunkt, als ich meine Website angeblich wegwerfen sollte, hatte ich SEO technisch kaum begonnen.

Heute ranke ich für relevante Keywords solide – ohne fragwürdige Backlink-Pakete. Und ich habe immer noch nicht wirklich angefangen!! 😀

Aber dafür sieht es jetzt auch nicht ganz schlecht aus. 😉
Blau = Klicks, Lila = Impressionen, Orange = Durchschnittliche Positionierung, umso weiter unten umso schlechter.

Red Flag #4:
Wer Backlinks als einzige oder ultimative Lösung verkauft, denkt zu eindimensional.

5. Der „Seite 1, Platz 1“-Screenshot

„Wir ranken auf Platz 1!“

Ja, vielleicht.

Aber:

  • Für welches Keyword?
  • In welcher Region?
  • Personalisiert oder neutral?
  • Ist es ein relevantes Keyword?

Suchergebnisse sind personalisiert.
Wenn jemand täglich seine eigene Website besucht, wird sie ihm tendenziell höher angezeigt.

Auch der Standort spielt eine Rolle.

Ein Screenshot ist schnell manipuliert – oder zumindest nicht aussagekräftig.

Wenn du Rankings prüfen willst:

  • Nutze den Inkognito-Modus
  • Arbeite mit Tools wie Sistrix oder XOVI
  • Analysiere objektive Sichtbarkeitswerte

Und vor allem:
Frage dich immer, ob das beworbene Keyword für dein Business überhaupt relevant ist.

Red Flag #5:
„Seite 1 Garantie“ ohne saubere Keyword-Strategie und Transparenz.

 

 

Was macht einen guten SEO-Berater wirklich aus?

Nach über 10 Jahren im Marketing habe ich für mich klare Kriterien entwickelt.

Ein guter SEO-Berater:

✔ recherchiert dein Unternehmen gründlich
✔ analysiert deine Branche
✔ führt eine fundierte Keyword-Recherche durch
✔ erklärt technische Zusammenhänge verständlich
✔ priorisiert Maßnahmen strategisch
✔ arbeitet transparent
✔ verkauft keine Angst

SEO ist kein Schnell-reich-werden-System.
Es ist strategische, langfristige Arbeit.

 

 

SEO-Kompetenz statt Verkaufsmasche

Ich möchte SEO-Berater nicht pauschal schlechtreden.
Ich hatte das Glück, mit einigen wirklich starken Profis zusammenzuarbeiten und viel zu lernen.

Aber leider gibt es auch viele, die:

  • mit Halbwissen arbeiten
  • auf Unsicherheit setzen
  • oder einfach nur Tool-Daten weiterreichen

Gerade für Selbstständige und kleine Unternehmen kann schlechte SEO-Beratung teuer werden – finanziell und strategisch.

Deshalb mein Rat:

Informiere dich.
Stell Fragen.
Lass dir Dinge erklären.
Und wenn jemand dir „Platz 1 garantiert“, sei skeptisch.

Gutes SEO braucht Strategie, Recherche und Verständnis – keine Panikmache.

Und manchmal reicht schon ein bisschen eigenes Know-how, um zu erkennen, ob dir gerade echter Mehrwert verkauft wird… oder nur heiße Luft.

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